Seit Beginn des Schuljahres 2011/12 hat die Freie Christliche Schule Darmstadt (FCSD) einen neuen, ergänzenden Rufnamen: Sabine-Ball-Schule. Der ursprüngliche Rufname bleibt im Namen des Trägervereins „Freie christliche Schule Darmstadt e.V.“ erhalten, ebenso das bekannte und beliebte Kürzel „FCSD“, welches längst zum Markenzeichen der Schule geworden ist und das seit der Namensergänzung in das neue, modernere Logo integriert ist.
Neben Name und Logo wurde auch die Schulbezeichnung verändert (siehe unten).
1. Die Umstellung wurde gründlich vorbereitet und an die Einführung eines neuen Logos mit dem Schriftzug „FCSD“ gekoppelt, damit die Bekanntheit der Schule nicht leidet und Kontinuität gewährleistet bleibt.
2. Der Untertitel „Christliche Privatschule“ wurde hinzugefügt.
3. Dies ist eine für alle verständliche Beschreibung des Wesens der Schule: eine Schule, die trotz staatlicherAufsicht durch das Land Hessen, trotz Einbettung in das bewährte hessische und deutsche Bildungssystem auch die Freiheit aller Privatschulen bietet, eigene Erziehungsziele zu vermitteln, nämlich in diesem Falle die Erziehungsziele des christlichen Glaubens und der Bibel.
4. Der Untertitel „ - Staatlich anerkannt - “ wurde hinzugefügt.
5. Seit Sommer 2011 sind nun alle vier Schulformen der FCSD staatlich anerkannt, auch die Realschule. Das bedeutet, dass die Qualität der Erziehung und Bildung inkl. der Abschlussprüfungen unserer Schule in jedem Bereich staatlich zertifiziert ist. FCSD-Zeugnisse werden deutschlandweit anerkannt und Prüfungen können ohne externe Prüfer und Prüfungsvorsitzende abgehalten werden. Dieser Hinweis im Schulnamen ist eine unerlässliche Ergänzung des Begriffes „Christliche Privatschule“, da sie unsere Arbeit in den Kontext des staatlichen Bildungssystems stellt.
Sabine Ball
Quelle: www.stoffwechsel.com
„Ich will mehr vom Leben!“ - „…und ganz gleich, was ich tun muss: Ich will dir, Gott total dienen, ohne Wenn und Aber!“
Was ist das für eine Frau gewesen, diese Sabine Ball, geb.1925 in Königsburg/Ostpreußen, gest. 2009 in Dresden?
Irgendwo zwischen diesen beiden Zitaten liegt die Antwort: Millionärin, Hippie, Evangelistin.
Als 24-Jährige verlässt sie 1949 das zerstörte Dresden und Deutschland, zieht zu ihrer Tante in die Vereinigten Staaten und besucht dort die Hotelfachschule. 1953 heiratet sie Clifford Ball, den Sohn eines Multimillionärs, bekommt zwei Söhne.
Nach 10 Jahren in verschwenderischem Luxus wird die Ehe, u.a. auf Grund von Cliffords Alkoholproblemen, geschieden. Die schon immer unkonventionelle Art Sabine Balls führt sie in die Künstler- und Hippie-Szene, lässt die Vision reifen, Menschen von Drogen zu befreien. Sie kauft dazu ein Stück Land, „The Land“. Später reist sie nach Indien in ein Kloster, kommt aber ohne inneren Frieden zurück.
1971 erlebt sie eine klare Hinwendung zu Jesus Christus, der ihrem Leben eine totale Kehrtwende gibt. Sie reist nach Miami zu ihrem geschiedenen Mann, um sich bei ihm für Vergangenes zu entschuldigen.
Schnell ist ihr klar, dass ihre Aufgabe in der Diakonie liegt: „Gott nahm mir mein Ego aus den Händen und machte mich frei, anderen Menschen zu dienen.“
Aus „The Land“ wird „The Lord's Land“, sie arbeitet weiter unter Hippies, Obdachlosen, betreut misshandelte und missbrauchte Frauen, begleitet Sterbende.
1980 kommt sie zum ersten Mal wieder nach Deutschland und kehrt 1992 endgültig nach Dresden zurück. Ein Jahr später, mit 68 Jahren, in einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen, eröffnet sie in einem ehemaligen Schnapsladen das Kinder- und Jugendcafé „Stoffwechsel“ für junge Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, obwohl sie laut Sabine Ball doch ihr Wertvollstes sind. Ein Secondhand-Laden und zwei Häuser für betreutes Wohnen kommen dazu. 2005 gibt sie die Leitung ab, betreut aber weiterhin Gefangene, spricht vor Schulklassen und auf Konferenzen und redet mit vielen Menschen über Jesus, nicht zuletzt auf Dresdens Straßen. Menschen, die sie in dieser Zeit erleben, sind beeindruckt von der menschlichen Wärme und herzlichen Offenheit, die sie den jungen Menschen entgegen bringt, von ihrem großen Herzen und ihrer unkonventionellen Art. Sie ist ohne falsche Demut und klar im Zeugnis.
Sie wird in Gesellschaft und Politik bekannt, bezeugt noch im Februar 2009 in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ ihren Glauben, bleibt trotzdem bescheiden.
Im Juli 2009, im Alter von fast 85 Jahren, stirbt Sabine Ball.
Lebenswerk
Insgesamt kümmerte sich Sabine Ball im Laufe ihres Lebens um Gefangene, Hippies, Alkoholiker, Obdachlose, Drogenabhängige, Arme, Alte, Sterbende, misshandelte und missbrauchte Frauen, straffällig gewordene Jugendliche und verwahrloste Kinder. Sie sah diese alle nicht als die Verlierer unserer erfolgsorientierten Wohlstandsgesellschaft und sie begegnete jedem von ihnen ohne Berührungsängste und in Liebe. Ihre gelebte Aussage war: Der Wert des Menschen liegt nicht in seiner Leistung, sondern darin, wie Gott ihn sieht.
Was ist an Sabine Ball so beeindruckend, dass die leitenden Gremien der FCSD sie ausgewählt haben?
· Sabine Ball ließ freiwillig ein Leben als Schöne und Reiche hinter sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Diesen fand sie in Jesus Christus. Was für eine Kehrtwende!
· Sie lebte ihren neuen Glauben authentisch aus und bezeugte ihn.
· Sie war kompromisslos gehorsam gegenüber Gott.
· Sabine Ball gab eigene Schuld zu, suchte Versöhnung und zeigte selbst große Vergebungsbereitschaft,
so wie es Gott in der Bibel vorgibt.
· Sie war lebens- und menschenbejahend - trotz Enttäuschungen und Niederlagen.
· Sabine Ball gab alle ihre Zeit für den diakonischen Dienst an Menschen jeden Alters und jeder Benachteiligung her.
Ihr neuer Lebensinhalt waren das Leben und der Dienst für Jesus Christus.
· Sabine Ball begegnete denjenigen, die ihre christliche Nächstenliebe ablehnten, die sie ablehnten, die sie teilweise provozierten,
voller Liebe und Verständnis, ohne Empörung und Groll.
Durch ihre Arbeit an Kindern, Jugendlichen und Alten zuletzt in Dresden, insbesondere im eigenen hohen Alter, ist Sabine Ball ein Bindeglied zwischen den Generationen geworden. Der Bezug zur Lebenswelt heutiger Schülerinnen und Schüler ist dadurch wesentlich größer und leichter als bei Schul-Namensgebern, die vor längerer Zeit lebten und wirkten. Und eine Namensergänzung der FCSD betrifft vor allem unsere Schüler – sie sind es ja, die sich mit der Schule am meisten identifizieren!
Sabine Ball ist in hessischen Religionsbüchern eine eigene Seite zum Thema Diakonie gewidmet. So ist eine Identifikation auch im vom Lehrplan bestimmten Unterricht leicht möglich. Die Namensergänzung „Sabine Ball-Schule“ soll auch darüber hinaus mit Leben gefüllt werden: z.B. durch Unterstützungsprojekte der Schüler für diakonische Arbeit, durch konkrete Kontakte bzw. Besuche in diakonischen Einrichtungen und durch eigenes diakonisches Engagement in Darmstadt und Umgebung. Diesen neuen Schwerpunkt „Diakonie“ streben Schulleitung und Lehrerkollegium bereits seit einiger Zeit für das Schulprogramm der FCSD an.
Gerade für junge Menschen wie die Schüler der FCSD machen Sabine Balls beeindruckende Eigenschaften und Lebensentwicklungen sie zu einem großen Vorbild, oder besser gesagt zu einem Beispiel dafür, wie Gott Menschen Glauben schenkt, sie dann radikal verändert und sie schließlich weg von der Ich-Bezogenheit hin zum Dienst an anderen Menschen führt.
Viele Schüler streben aufgrund der Prägung unserer Zeit nach genau dem, was diese Frau freiwillig hinter sich ließ: Schönheit, Reichtum und Einfluss. Sabine Ball kann ihnen die Alternative dazu zeigen: sie war Millionärin und wurde freiwillig wieder zur Tellerwäscherin.
Die von ihr beispielhaft vorgelebte und das eigene Leben verändernde Beziehung eines Christen zu Jesus Christus ist auch Motivationsgrundlage der Arbeit an der FCSD. Diese Gemeinsamkeit beeindruckte bei der Suche nach geeigneten Namensgebern die Beteiligten eigentlich am meisten an Sabine Ball.
Wir sind daher unserer ehemaligen Lehrkraft und Kollegin Christina Georg sehr dankbar für diesen guten Vorschlag!
Sabine Ball soll an der FCSD nicht verehrt werden (das wäre auch nicht im Sinn von Sabine Ball), sondern die Schüler sollen ermutigt werden, ihr praktisch nachzueifern. Verehrung gebührt nur Gott.
Die leitenden Gremien der FCSD hoffen sehr, dass das Beispiel von Sabine Ball den Schülern hilft, den Sinn des Lebens im Glauben an Gott zu finden, sich verändern zu lassen und ihr Leben umzustellen auf das, was Erfüllung schenkt.
Text: Olaf Katzwinkel, „Zur Person von Sabine Ball“: Christina Georg