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Den Schülern Unterrichtserfolge bescheren

Ein Beitrag zu kompetenzorientiertem Unterricht im Fach Kunst

„Wer bin ich?“ und „Welche Rolle spiele ich eigentlich?“ sind Fragen, die sich Menschen seit jeher stellen. Auch Künstler machten sich immer wieder auf die Suche zu sich selbst und fanden in der kreativen Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit identitätsstiftende Antworten.

Im Rahmen des Kunstprojekts „Mein Selbstporträt“ malten Schülerinnen und Schüler der Klasse E-A mit ihrer Kunstlehrerin Selbstbildnisse auf großformatige Leinwände. Technik war die neu eingeführte Acrylfarben-Malerei, die der Ölmalerei in vielen Aspekten ähnelt. Vorlage für die Porträts waren Fotos, die die Schüler während eines „Fotoshootings“ selbst erstellten. Um den Porträts eine individuelle Note zu verleihen, machten sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken über ihre eigenen sozialen Rollen. Außerdem suchten sie Attribute aus ihrer Lebenswelt, die ihre Darstellungsabsicht charakteristisch unterstützten und die sie kompositorisch ins Bild einfließen ließen (z. B. „Ich bin Musikerin und spiele die Gitarre“). Theoretisch eingeleitet wurde die Unterrichtseinheit mit dem Betrachten und Beschreiben berühmter Werke der Kunstgeschichte, wie dem Christus-ähnlichen Selbstbildnis (1500) von Albrecht Dürer oder dem Selbstbildnis mit verbundenem Ohr (1889) von Vincent van Gogh, an denen die Schüler die Selbstaussage und die Bildwirkung der Künstler studierten.

Überraschend vielseitig und originell waren die Kontexte, in denen sich die Schüler als Porträtierte einbetteten: So wird der Betrachter auf eine Lichtung in den dunklen Wald einer Nachtszene geführt, oder ihm wird der Blick ins Private, dem Lieblingsleseplatz im eigenen Zimmer, gewährt. Entführen lässt man sich auch gerne in die Natur – auf eine Wiese oder an den Palmenstrand. Wunderschöne Selbstinszenierungen, wie das historisch anmutende Porträt der „Gelehrten“ Linda (s. Abb.) mit aufgeschlagenem Buch vor märchenhafter Kulisse oder das moderne Porträt der „Sängerin“ Ana Maria mit Gitarre und Mikrophon sind einzigartige Ergebnisse der Unterrichtssequenz.

Um die Schülerwerke angemessen zu würdigen, wurden sie den Schülern und Lehrern der Sabine-Ball-Schule am 25. März 2015 im Rahmen einer Pausenausstellung präsentiert und hängen nun für eine gewisse Zeit in der Schülermensa.

Ziel dieses Kunstprojekts war die Selbstfindung, die im Alter der Jugendlichen eine große Rolle spielt. Und was war das Ergebnis? Eine Schülerin brachte es bei der abschließenden, schriftlichen Evaluation auf den Punkt: „Die Attribute haben mich darüber nachdenken lassen, was mir in meinem Leben eigentlich wichtig ist und womit ich viel Zeit verbringe. Dadurch habe ich es [mein Leben] noch mehr zu schätzen gelernt.“

Christine Pyszak, Kunstlehrerin

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