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Zum neuen Schuljahr 2011 erhält unsere Schule den Ergänzungsnamen "Sabine-Ball-Schule".

Sabine Ball (* 9. September 1925 in Königsberg (Preußen); † 7. Juli 2009 in Dresden) war eine christliche engagierte Betreiberin sozialer Projekte. Zum neuen Schuljahr 2011 erhält unsere Schule den Ergänzungsnamen "Sabine-Ball-Schule".

SabineBall2.jpgSabine Ball

„Ich will mehr vom Leben!“
„…und ganz gleich, was ich tun muss: Ich will Dir, Gott,  total dienen, ohne Wenn und Aber!“
Was ist das für eine Frau gewesen, diese Sabine Ball, geb.1925 in Königsburg/Ostpreußen, gest. 2009 in Dresden?
Irgendwo zwischen diesen beiden Zitaten liegt die Antwort: Millionärin, Hippie, Verkünderin des christlichen Glaubens.

Als 24-Jährige verlässt sie 1949 das zerstörte Dresden und Deutschland, zieht zu ihrer Tante in die Vereinigten Staaten und besucht dort die Hotelfachschule. 1953 heiratet sie Clifford Ball, den Sohn eines Multimillionärs, bekommt zwei Söhne.
Nach 10 Jahren in verschwenderischem Luxus wird die Ehe, u.a. auf Grund von Cliffords Alkoholproblemen, geschieden. Die schon immer unkonventionelle Art Sabine Balls führt sie in die Künstler- und Hippie-Szene, lässt die Vision reifen, Menschen von Drogen zu befreien. Sie kauft ein Stück Land, „The Land“, reist nach Indien in ein Kloster, kommt ohne inneren Frieden zurück.
1971 erlebt sie den christlichen Glauben. Sie reist nach Miami zu ihrem geschiedenen Mann, um sich bei ihm zu entschuldigen.
Schnell ist ihr klar, dass ihre Aufgabe in der Diakonie ist: „[Gott] machte mich frei, anderen Menschen zu dienen.“
Aus „The Land“ wird „The Lord's Land“, sie arbeitet weiter unter Hippies, Obdachlosen, betreut misshandelte und missbrauchte Frauen, begleitet Sterbende.
1980 kommt sie zum ersten Mal wieder nach Deutschland und kehrt 1992 endgültig nach Dresden zurück. Ein Jahr später, mit 68 Jahren, in einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen, eröffnet sie in einem ehemaligen Schnapsladen das Kinder- und Jugendcafé „Stoffwechsel“ für junge Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, obwohl sie laut Sabine Ball doch ihr Wertvollstes sind. Ein Secondhand-Laden und zwei Häuser für betreutes Wohnen kommen dazu. 2005 gibt sie die Leitung ab, betreut aber weiterhin Gefangene, spricht vor Schulklassen und auf Konferenzen und redet mit vielen Menschen über den christlichen Glauben und die Person Jesus Christus, nicht zuletzt auf Dresdens Straßen.
Sie wird in Gesellschaft und Politik bekannt, erzählt noch im Februar 2009 in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ von ihrem Glauben, bleibt trotzdem bescheiden.
Am 7.Juli 2009, im Alter von fast 85 Jahren, stirbt sie.
Sabine Ball ist in hessischen Religionsbüchern eine eigene Seite zum Thema Diakonie gewidmet.

Namensergänzung der „Freien Christlichen Schule Darmstadt“ durch „Sabine-Ball-Schule“

Für das Schulprogramm der FCSD wird diakonisches Engagement durch Schüler und Mitarbeiter seit 2009 als ein neuer Schwerpunkt angestrebt.
Sabine Ball ist hier ein lebendiges Beispiel: sie ließ ein Leben als Schöne und Reiche hinter sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, den sie im Glauben an Jesus Christus fand. Sie lebte kompromisslos für den diakonischen Dienst am Menschen und für Gott, war erfrischend unkonventionell, war lebens- und menschenbejahend - trotz Enttäuschungen und Niederlagen. Sie war bescheiden, ohne falsche Demut, klar in ihrer Botschaft und ohne Berührungsängste gegenüber benachteiligten Menschen aller Art. Was für ein beeindruckendes Vorbild für junge Menschen, die evtl. nach dem streben, was diese Frau freiwillig hinter sich ließ.
Sie bildete durch ihre Arbeit an Kindern, Jugendlichen und Alten in Dresden, insbesondere im eigenen hohen Alter, ein Bindeglied zwischen den Generationen bis in die Jetzt-Zeit. Der Bezug zur Lebenswelt heutiger junger Leute ist dadurch wesentlich größer und leichter als bei Namensgebern, die vor längerer Zeit lebten und wirkten. So können sich die Schüler gut mit der Schule identifizieren.

Für weitere Infos:
www.stoffwechsel.com

Literatur:
- Kern, Steffen: Mehr als Millionen, Brunnen-Verlag 2009
- Schmiedel, Martin: Sabine Ball- Begegnungen und Erinnerungen, Brunnen-Verlag
- Werner, Roland: Mehr wert als Millionen, Brunnen-Verlag 2008

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